Rebjahr - Januar bis März

Der Rebschnitt (Winterschnitt)

Mit dem Rebschnitt beginnt das neue Rebjahr.
Die Rebe ist von Natur aus eine stark wachsende Kletterpflanze. Ohne Rückschnitt würde sie viele lange Triebe und eine grosse Anzahl Trauben bilden. Das Resultat wären viel Ertrag, aber geringe Qualität, kleine Beeren, wenig Aroma und unausgewogene Reife, was das Traubengut negativ beeinflusst.

Durch den gezielten Winterschnitt steuern wir daher bereits früh:

  • die spätere Traubenmenge
  • die Wuchskraft der Rebe
  • die Qualität des Leseguts
Januar 2017 - Erlenhof

Die Tragrute

Pro Rebstock bleibt in der Regel eine einjährige Rute mit fünf bis acht Augen stehen – die sogenannte Tragrute (Strecker oder Bogen). Aus jedem Auge wächst im Frühjahr ein fruchttragender Trieb (Fruchtrute).
Weniger Augen plus Verästelungen bedeuten weniger, aber kräftigere Triebe. Die Rebe kann ihre Energie gezielt einsetzen, was Aromen Konzentration und physiologische Reife fördert.
In frostgefährdeten Lagen, wie bei uns, bleibt zusätzlich eine Frostrute als Reserve stehen.

Der Zapfen als Sicherung für die Zukunft

Zusätzlich wird ein kleiner Zapfen mit zwei Augen stehen gelassen.

Aus einem, der daraus wachsenden Triebe, wird im kommenden Winter die neue Tragrute gezogen. Der Zapfen dient somit der kontinuierlichen Erneuerung des Rebstocks.

Die Position ist entscheidend:
Der Zapfen sollte möglichst unterhalb der aktuellen Tragrute liegen.

Warum?

  1. Optimaler Saftfluss:
    Wasser und Nährstoffe steigen im Stamm nach oben. Eine tiefer wachsende künftige Tragrute wird gleichmässig versorgt.
  2. Schonende Formgebung im Folgejahr:
    Die neue Tragrute muss nicht stark nach unten gebogen werden. Zu starkes Herunterbiegen würde den Saftfluss beeinträchtigen und die Vitalität schwächen.

So bleibt der Stock langfristig gesund und harmonisch aufgebaut.

Wichtig: Schneidearbeiten nur bei trockenem Wetter

Sämtliche Schneide- und Laubarbeiten erfolgen, wenn immer möglich, bei trockener Witterung.

Bei Regen oder feuchtem Holz können Krankheitserreger – insbesondere Pilzsporen – über die Schnittstellen oder über die Schere von Rebstock zu Rebstock übertragen werden. Nasses Holz begünstigt zudem das Eindringen von Holzkrankheiten.

Trockenes Wetter reduziert dieses Risiko erheblich und ist daher eine grundlegende Hygienemassnahme im Weinbau.

Entfernen des Rebholzes

Das abgeschnittene Rebholz wird aus den Drahtanlagen entfernt, gehäckselt und in der Fahrgasse verteilt. So verbleiben organische Nährstoffe im Kreislauf des Rebbergs und fördern Bodenleben und Biodiversität.

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