2013 - Zurück auf Start
An den Zunftwahlen im März wurde der Rücktritt des Rebmeisters Raymond Joly mitgeteilt. Vom Zunftvorstand wurde André Voegelin als neuer Rebmeister vorgeschlagen und von den anwesenden Zunftbrüdern an den Zunftwahlen in den Zunftvorstand gewählt. Im gleichen Jahr verstarb Samuel Künzler, der Obmann der Zunftwinzer und Mitglied des Zunftvorstandes, völlig unerwartet und viel zu früh.
Der neue Rebmeister André Voegelin war deshalb von Anfang an stark gefordert. Einerseits waren alle Verträge und andere bisher erarbeiteten Unterlagen auf verschiedenen Computern und USB-Sticks abgespeichert – verschlüsselt, und niemand hatte die Passwörter für den Zugriff auf diese Daten. Alle Versuche, die Passwörter zu finden, scheiterten. So mussten die Zunftwinzer aus administrativer Sicht wieder bei Null beginnen.

Zudem hatten sich die aktiven Zunftwinzer auf eine kleine Gruppe von Helfern reduziert. Somit musste diese Untersektion neu aufgesetzt und belebt werden. Die Zunftwinzer wurden durch den Rebmeister reorganisiert und mit einem neuen Vorstand ausgestattet. Yves Cron wurde als Schreiber in den Zunftvorstand gewählt, die vakante Stelle des Kassiers musste neu besetzt werden. Dieser wurde an der Zunftwinzer-Versammlung durch die Mitglieder bestätigt und setzte sich wie folgt zusammen:
Kurt Schwaninger
Obmann
Urs Hämmerle
Chef Rebberg
Philippe Maurer
Seckelmeister
Roger Meier
Scheiber
Rebmeister André Voegelin und der neu aufgestellte Zunftwinzer-Vorstand mit Obmann Kurt Schwaninger haben daraufhin Ziele formuliert und eine mittelfristige Planung für die Zunftwinzer ausgearbeitet. Wesentliche Punkte waren:
1. Organisation
Einführung von Clubdesk für die digitale Kommunikation, Einsatzplanung und dezentrale Ablage aller für die Zunftwinzer relevanten Dokumente. Dadurch konnte der Zugriff auf Daten jederzeit sichergestellt werden.
2. Qualität
Steigerung der Qualität der Produkte (AOC Qualität).
3. Produkte
Diversifikation in zusätzliche Produktbereiche (Crémant, Blanc de Noir, Rosé, Grappa, Rot- und Weisswein mit oder ohne Ausbau in Barrique, etc.).
4. Neumitglieder
Junge Zunftbrüder für die Zunftwinzer begeistern und integrieren.
5. Fördern
Die fachliche Ausbildung der Zunftwinzer sicherstellen.
6. Geselliges
Gemeinsame Aktivitäten und Anlässe rund um den Wein und Rebberg durchführen.
7. Kameradschaft
Eine gute, solide und tragfähige Kameradschaft aufbauen und pflegen.
Nachdem der bisherige Kellermeister Nicolas Dolder von der Domaine Nussbaumer (Klus) seine Arbeit eingestellt hatte, konnte der Zunftbruder und professionelle Winzer Sascha Simmendinger als Nachfolger gewonnen werden.
Die Arbeiten im Rebberg verliefen über die nächsten Jahren äusserst erfolgreich. Der Ertrag und die Qualität konnten laufend verbessert werden. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass dank der finanziellen Unterstützung durch die Zunft jedes Jahr zwei Zunftwinzer die Möglichkeit erhalten haben, den einjährigen Rebbaukurs des Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain /BL zu absolvieren.
Innerhalb von drei Jahren wuchs der Bestand der Zunftwinzer auf über 50 Personen. Mit den Erträgen aus dem Rebberg in der Klus wurden nun jährlich 700 bis 900 Flaschen Charmont und 400 bis 500 Flaschen Pinot Noir produziert und zunftintern verkauft. Zum 650-jährigen Jubiläum der Zunft im Jahr 2016 wurden auf Vorschlag des Rebmeisters erstmals rund 1100 Flaschen Crémant produziert und in schön gezimmerten Holzkisten an die Besuchenden des Jubiläumsanlasses abgegeben. Der Erfolg des Crémants führte dazu, dass mit jedem Jahr mehr Bestellungen für Zunftwein eingingen. Mit der Anbaufläche in der Klus war es nicht mehr möglich, den Bedarf an Zunftwein zu decken. Es hätten jedes Jahr zusätzliche Fremdtrauben für die Kelterung eingekauft werden müssen.
Der Rebberg wurde mit dem erfreulichen personellen Wachstum der Zunftwinzer auch zu klein, um alle Einsatzwilligen für die anfallenden Arbeiten berücksichtigen zu können. Dies war unbefriedigend, da viele Zunftwinzer die Rebbau-Ausbildung der Landwirtschaftsschule Ebenrain (Basel-Landschaft) erfolgreich absolviert hatten, nun aber nur sporadisch zum Praktizieren des Erlernten kamen. Das Thema eines zusätzlichen Rebberges wurde aktuell. Es folgten die ersten Abklärungen.
