Rebberg Erlenhof bei Reinach
Mit dem Erlenhof in Reinach gewannen die Zunftwinzer Rebfläche für neue Weinprofile und Spezialitäten. Doch am Anfang des Neustarts mit Pinot Regina Reben stand eine frostige Katastrophe. Eine spannende Lage für die frisch ausgebildeten Zunftwinzer der E. Zunft zu Rebleuten – und die Gaumen aller Weingeniesser.
Ausgangslage – Bedarf an zusätzlicher Rebfläche
A: Zunft Rebberg
B: Zentrum Erlenhof
C: Parkplatz
Mit der wachsenden Zahl aktiver Zunftwinzer und dem Wunsch nach neuen Weinprofilen stieg der Bedarf an zusätzlicher Rebfläche. Gleichzeitig verfolgten die Zunftwinzer das Ziel, Qualität und Vielfalt zu steigern und Raum für Spezialitäten wie Crémant, Blanc de Noir, Grappa oder Dessertweine zu schaffen.

Der Erlenhof-Rebberg gehört zum pädagogischen Zentrum Erlenhof und wurde zuvor von einer Obstbaufirma bewirtschaftet, welche die Trauben an eine Kellerei lieferte. Als dieser Vertrag auslief, ergab sich für die Zunftwinzer die Chance, einen Teil der Fläche langfristig zu übernehmen.

Rolle von Zentrum Erlenhof
In enger Abstimmung mit dem Zentrum Erlenhof wurde ein Konzept erarbeitet, das die Bewirtschaftung, Verantwortung und Nutzung der Parzellen klar regelt.

Parzellengrösse und Zunftanteil
Die gesamte Rebfläche am Erlenhof umfasst rund 4'800 Quadratmeter in sonniger Lage mit guter Erschliessung und Zufahrt. Davon bewirtschaftet die E.E. Zunft zu Rebleuten etwa 1'500 Quadratmeter als eigene Zunftparzelle, die in das Zunftweinkonzept eingebunden ist.
Ursprünglich war der Erlenhof-Rebberg vollständig mit Pinot Noir bestockt und bot damit eine wertvolle Ergänzung zur Klus. Die Lage war von Beginn an darauf ausgerichtet, qualitativ hochstehende Rotweine und Grundweine für Spezialitäten zu liefern.
Frosteinbruch und Jahrgangsverluste
Der Frosteinbruch im April 2017 führte zu massiven Schäden an den Rebstöcken und liess die Erwartungen an den ersten vollen Ertrag dramatisch einbrechen. In der Folge konnte nur eine deutlich reduzierte Menge geerntet werden, was die Zunftwinzer zwang, kleine Erträge aus Klus und Erlenhof zusammen zu verarbeiten, etwa zu einem Blanc de Noir.
Heutige Situation und Parzellenanalyse
Die Ereignisse der ersten Jahre machten deutlich, wie wichtig eine sorgfältige Beobachtung von Boden, Bestockung und Witterung ist. Für den Erlenhof wurden deshalb vertiefte Parzellenanalysen und Anpassungen in Sortenwahl und Bewirtschaftung ins Auge gefasst, um langfristig stabile Qualität zu sichern.
Als Konsequenz aus den Erfahrungen mit Witterungsereignissen und zur gezielten Weiterentwicklung der Weinqualität wurde die Sortenbasis am Erlenhof überprüft. Ziel war es, die Lage konsequent auf eine moderne Pinot-Variante mit klar definiertem Profil auszurichten.
Komplettumstellung im Jahr 2024
Im Jahr 2024 wurden im Erlenhof alle Weinstöcke entfernt, und die Fläche wurde mit der Sorte Pinot Regina vollständig neu bepflanzt. Diese Neupflanzung bildet die Grundlage für eine zukunftsorientierte Pinot-Linie, die in den kommenden Jahren das Zunftweinsortiment aus Reinach prägen wird.
Perspektive für künftige Zunftweine
Mit Pinot Regina eröffnen sich neue Möglichkeiten in Stilistik und Ausbau, von klassischem Rotwein bis zu Spezialitäten im Einklang mit den Qualitätszielen der Zunftwinzer. Die junge Anlage hat das Potenzial, die Erlenhof-Parzelle langfristig als eigenständige Herkunft im Rahmen der Zunftweine zu etablieren.
