Zunftwinzer der E. Zunft zu Rebleuten

Weinbau in der Klus und im Erlenhof

Mit eigenen Händen, eigenem Wein und eigener Geschichte: Die Zunftwinzer der E. Zunft zu Rebleuten frönen aktiv dem Weinbau und der Weinkultur. In der Aescher Klus und beim Erlenhof in Reinach führen sie mit fortschrittlicher Bio-Zertifizierung einen Auftrag weiter, der zurückgeht bis ins Mittelalter.

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Zunftwinzer – Weinbau und Tradition im Baselbiet

Die Zunftwinzer sind eine Gruppe von Zunftbrüdern, die den historischen Auftrag der Zunft zu Rebleuten fortführen. Sie pflegen Weinbau, Freundschaft und Geselligkeit. Dazu unterstützen sie den Rebchef im Rebberg – von der Pflege der Rebstöcke bis zur Weinlese.

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Aufgaben der Zunftwinzer

Die Zunftwinzer leisten regelmässig Arbeitseinsätze in den Zunftrebbergen, begleiten das Rebjahr aktiv und wirken an Anlässen rund um den Wein mit. Dazu gehören gemeinsame Einsätze mit der Weinbaugenossenschaft Aesch und die Unterstützung weiterer Zunftaktivitäten zum Thema Wein und Reben.

Quadratmeter Rebbaufläche

Rebberge

Traubensorten

Zunftwinzer Geschichte

Die Geschichte der Zunftwinzer ist eng mit der Tradition der E. Zunft zu Rebleuten verbunden, deren Wurzeln bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Rebleute und Weinhandel prägten das Leben in Basel stets «im Zeichen des Wolfs», der bis heute als Wappentier und Symbol für die Zunft steht. Die Entwicklung über die Jahrhunderte, von den historischen Rebleuten zu den modernen Zunftwinzern ist eine konsequente Fortsetzung gelebter Weinkultur.

Dass unsere Zunftwinzer heute in der Klus bei Aesch und beim Erlenhof in Reinach arbeiten, knüpft an eine Weinbautradition an, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Funde von Rebstockresten aus dem 3. und 4. Jahrhundert nach Christus belegen, dass schon römische Legionäre im Klustal Wein anbauten. Später sorgten Weinbauvereine und die Weinbaugenossenschaft Aesch dafür, dass diese Kulturlandschaft erhalten und qualitativ weiterentwickelt wurde.

Mit der Gründung der Zunftwinzer setzte die Zunft zu Rebleuten 2005 ein Zeichen, die historische Verbundenheit mit Reben und Wein aktiv weiterzuleben. Die Pflege eines eigenen Rebbergs, die Mitarbeit in der Weinbaugenossenschaft Aesch und die Förderung von Weinwissen schlagen eine Brücke zwischen Geschichte, Gegenwart und den Generationen, die nach uns kommen. Wer tiefer in diese Entwicklung eintauchen möchte – von den römischen Anfängen bis zu den Zunftwinzern von heute – findet die ausführliche Fassung unter der Rubrik "Unsere Geschichte".

Klus bei Aesch und Erlenhof Reinach

Die Zunft zu Rebleuten verfügt über zwei eigene Rebberge: den Zunftrebberg in der Klus bei Aesch und die Parzelle beim Erlenhof in Reinach. Beide Lagen bieten ideale Voraussetzungen für hochwertigen Weinbau im Baselbiet und werden von Zunftwinzern sorgfältig bewirtschaftet.

Rebberg Klus – historischer Weinbau in Aesch

Der Rebberg Klus bildet den Ursprung des Zunftweinbaus und ist Teil der Weinbaugeschichte von Aesch. Auf rund 1'500 Quadratmetern wachsen Charmont und Pinot Noir. Aus den Trauben werden frische Weissweine und gehaltvolle Rotweine für den internen Zunftgebrauch gekeltert.

Rebberg Erlenhof – Pinot Regina in bester Lage

Die Parzelle beim Erlenhof in Reinach ergänzt die Anbaufläche und unterstützt die Qualitätsstrategie der Zunftwinzer. In sonniger Südlage reifen hier hochwertige Pinot Regina Trauben (seit 2025, vorher Pinot-Noir-Trauben). Sie sind die Grundlage für zusätzliche Produkte wie Crémant oder Blanc de Noir.

Das Jahr in den Reben

Wenn die Reben scheinbar noch schlafen, haben die Arbeiten im Rebberg der Zunftwinzer längst begonnen. Vom ersten Rebschnitt bis zur letzten Kontrolle im Keller begleitet uns jedes Rebjahr derselbe Rhythmus aus Schneiden, Binden, Laubarbeiten und der Pflege der jungen Weine. So entsteht in vielen stillen Stunden jene Qualität, die man später im Glas erlebt.

Mit dem Frühling kann man erleben, wie die Rebberge erwachen: Knospen treiben aus, zarte Blütenstände zeigen den kommenden Ertrag an, und jede Witterung hinterlässt ihre Spuren. In dieser Phase entscheidet sich, wie viele Trauben bis zur Lese getragen werden – und wie intensiv wir uns um Laubwand, Bodenpflege und den Schutz der Reben kümmern müssen. In diesen Momenten, wenn Arbeitseinsatz und Geselligkeit Hand in Hand gehen, zeigt sich die Verbundenheit der Zunftwinzer mit ihrem Rebberg.

Im Hochsommer beginnt die eigentliche Reife: Die Beeren verfärben sich, der Zuckergehalt steigt, und jeder Gang durch die Rebzeilen wird zur Prüfung von Geduld und Erfahrung. Hat die Trauben ihr optimales Gleichgewicht von Aroma, Säure und Süsse erreicht, folgt die Lese – der Höhepunkt eines ganzen Rebjahres und zugleich der Auftakt für die Arbeit im Keller.

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Weinbau im Jahreslauf – Handarbeit für Zunftweine

Im Rebberg folgen die Zunftwinzer dem Jahresrhythmus der Natur: Rebschnitt im Frühjahr, Laubarbeiten und Pflanzenschutz im Sommer, Lese und Kelterung im Herbst. Ziel ist es, gesundes, reifes Traubengut zu ernten und daraus eigenständige Zunftweine mit klarer Herkunft zu erzeugen.

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Fachwissen und Ausbildung im Weinbau

Viele Zunftwinzer besuchen den Rebbaukurs am Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain und bringen ihr Wissen direkt in die Praxis ein. So wird die Qualität der Zunftweine laufend verbessert und die Tradition des Weinbaus im Baselbiet zeitgemäss weitergeführt.

Geselligkeit rund um den Zunftwein

Ausflüge, Arbeitstage im Rebberg, Helferessen sowie Anlässe mit Partnern und Familie stärken die Kameradschaft und machen den Weinbau erlebbar. So entsteht eine lebendige Verbindung von Zunfttradition, Weinbau und moderner Geselligkeit.

Unsere Zunftwinzer verbinden sorgfältige Rebarbeit mit gelebter Kameradschaft. Ob bei gemeinsamen Einsätzen im Rebberg, beim gemütlichen Höck nach getaner Arbeit oder an Anlässen rund um Wein und Reben – immer stehen Freundschaft, Austausch und die Freude an einem guten Glas Wein im Mittelpunkt.

Im Lauf des Jahres treffen sich die Zunftwinzer zu Arbeitstagen im Rebberg, zu Degustationen der eigenen Weine, zu geselligen Höcks sowie zu traditionellen Anlässen rund um den heiligen Urban und das Zunftleben, wo Wein, Austausch und Verbundenheit gepflegt werden.